LIBOR (London Interbank Offered Rate)

LIBOR steht für London Interbank Offered Rate. Das ist der Zinssatz, zu dem Londoner Banken bereit sind, kurzfristig Geld an andere Banken auszuleihen. Es ist also der Zinssatz, zu welchem Banken bereit sind, anderen Banken Geld zu verleihen. Bei den Beteiligten handelt es sich grundsätzlich um Londoner Banken mit erstklassigem Standing (prime banks).

 

Bei einer LIBOR-, Rollover- oder Geldmarkt-Hypothek erfolgt die Zinssatzberechnung auf der Basis des LIBORs. Derzeit (Oktober 2016) befindet sich alle CHF-LIBOR-Zinssätze (1 bis 12 Monate) im Minus. Leider gibt keiner der im Bereich der LIBOR-Hypotheken tätigen Finanzierungsanbieter die Minuszinssätze an die Kunden weiter. Für die Zinssatzberechnung wird der LIBOR derzeit mit mindestens 0% eingesetzt.

 

Der Kundenzinssatz setzt sich wie folgt zusammen: LIBOR + Marge + Aufrundung = Kundenzinssatz. Die Marge wird für jeden Kunden individuell festgesetzt, vertraglich vereinbart und ist in der Regel für die gesamte Laufzeit des LIBOR-Rahmenkreditvertrages (z.B. 3 oder 5 Jahre) gültig.

 

Der Kundenzinssatz wird immer für eine Tranchenlaufzeit (zwischen 1 bis 12 Monate) festgesetzt und zwei Valutatage vor der Fälligkeit für die nächste Tranche neu berechnet/bestätigt. Der Wechsel aus einer LIBOR-Hypothek in eine Festhypothek ist in der Regel immer auf das Ende einer Tranchenlaufzeit möglich. Eine teilweise oder vollständige Amortisation während der Laufzeit des Rahmenvertrages ist dagegen normalerweise nicht möglich (eine vorzeitige Kündigung/Amortisation, z.B. bei einem Liegenschaftsverkauf, ist mit Kosten verbunden).